Jahrgang 2015

Klangkonzert im Keller: Ein großer Jahrgang reift heran

 

Für Winzer kann es kaum eine schönere Nachricht geben: Die Ernte 2015 ist abgeschlossen. Die besten Weine des Jahrgangs gären derzeit noch wohlbehütet in den Kellern, präsentieren sich aber schon jetzt klar, fruchtig und von sehr guter Struktur. Wir blicken auf ein ungewöhnliches Weinjahr 2015 zurück, das Hoffnung auf einen großen Jahrgang macht.

 

Februar 2016 – Der Reifeprozess der Trauben gestaltet sich jedes Jahr anders. 2015 konnten wir Mitte September mit der Lese beginnen. Die Ernte wurde in den Kelterhäusern am Scharzhof in Wiltingen an der Saar sowie am Duisburger Hof in Eitelsbach an der Ruwer behutsam gekeltert. Seit dem 26. Oktober 2015 sind auch die letzten Tropfen unseres Rieslingmosts sicher in unseren Weinkellern verstaut. Der Most vergärt nun in aller Ruhe in unseren historischen Kellern, die direkt unter der Innenstadt Triers liegen. Dabei ist jedes Jahr aufs Neue ein ganz besonderes Klangerlebnis zu bestaunen: Die Gäraufsätze der einzelnen Fuderfässer und die daraus austretenden Gärgase erzeugen im Holzfasskeller ein wunderbares Klangkonzert, das bis ins späte Frühjahr des Folgejahres andauert. Nicht nur für unsere Mitarbeiter ist dies immer wieder ein Erlebnis, das in den dunklen Kellergewölben für eine sehr heitere Atmosphäre sorgt.


Böse Vorahnungen aufgrund eines turbulenten Vegetationsverlaufs

Unsere Reben starteten in das Jahr 2015 witterungsbedingt sehr früh und mit einem bemerkenswert intensiven Wachstum. Nach einem langen, trockenen und heißen Sommer waren wir über die Regenfälle Anfang September hoch erfreut: Endlich fand der Trockenstress ein Ende und die Reifeentwicklung konnte sich entspannt fortsetzen. Als der Regen jedoch über Wochen andauerte, wurden Erinnerungen an die Jahre 2000, 2006, 2010 und 2014 wach.

Rückblickend handelte es sich um regelrechte Schicksalsjahre für alle Winzer entlang der Mosel, Saar und Ruwer. Aufgrund des nassen Wetters und der hohen Temperaturen im September wurden die Reben von der Botrytis cinerea cv., der sogenannte Edelfäule, befallen. Diese kann in einem solch frühen Stadium der Beerenentwicklung verheerende Folgen für die Trauben haben, was die Menge des produzierten Weins dramatisch verringern sowie großen Einfluss auf die Qualität der Trauben haben kann. Wirklich entspannen konnten wir uns erst wieder, als sich die feucht-warme Witterung relativierte und sich unsere Rebflächen trotz aller Strapazen in einem tadellosen Gesundheits- und Reifezustand präsentierten.

 

Goldener Herbst

Wir begannen die Lese am 17. September: An der Ruwer starteten wir mit reifem Frühburgunder und Elbling, an der Saar mit Sankt Laurent und Weißburgunder sowie den Jungfeldern des Riesling an allen drei Flüssen. Unseren Weißburgunder ernteten wir gestaffelt nach den gewünschten Weinstilen und -qualitäten bis in die zweite Oktoberhälfte. Mit der Lese unseres Spätburgunders begannen wir am 7. Oktober. Die Spätburgundertrauben aus dem Kanzemer Altenberg präsentierten sich vollreif, vollkommen gesund und wiesen rund 100 °Oe auf. Mit unserem Riesling aus dem Scharzhofberg schlossen wir die Ernte am 24. Oktober 2015 ab.

Während der Hauptlese des Rieslings ab Anfang Oktober herrschte überwiegend trocken- windiges und sonniges Herbstwetter, das sich mit Ausnahme von wenigen Tagen bis zum Ende der Ernte fortsetzte. Die Kühle der Nächte sowie der Ostwind, der die Trauben schnell trocknet, verringerte die Ausbreitung der Edelfäule. Dank dieser für den Riesling hervorragenden klimatischen Bedingungen waren unsere Rieslingbeeren durchweg gesund oder lediglich zu einem sehr geringen Anteil rosiniert. Die Trauben erlebten somit eine kontinuierliche Reifeentwicklung, die ein sehr ausgewogenes Gleichgewicht an Aroma, Zuckergehalt, Mineralstoffen sowie weiteren wertgebenden Inhaltsstoffen der Beeren zur Folge hat. Aufgrund unserer sehr rigiden Selektion und den mehrmaligen Lesedurchgängen innerhalb eines Weinbergs konnten wir gezielt hochreife und gesunde Trauben für unsere trockenen und feinherben Weine ernten. Gleichzeitig konnten wir für unsere hochwertigen fruchtigen Weine perfekte edelfaule Trauben selektieren. In qualitativer Hinsicht können wir somit insgesamt auf ein entspanntes Jahr 2015 zurückblicken – was uns über mehrere Jahre leider nicht vergönnt war.

 

Qualität statt Quantität

Im Vergleich zu den Vorjahren weist der Jahrgang 2015 mit 53 hl/ha einen eher niedrigen Ernteertrag je Hektar auf und liegt deutlich unter unserem langjährigen Durchschnitt von rund 65 hl/ha. Die Qualität von Beeren, Most und Wein ist dafür umso höher: Unsere Kunden dürfen auf hervorragenden Sekt aus dem Jahrgang 2015, auf sehr ansprechende Qualitätsweine, auf die von uns selbst sehr geschätzten Naturweine der Prädikate Kabinett und Spätlese sowie eine ganze Palette hervorragender edelsüßer Auslesen gespannt sein.

 

Die regelmäßigen Verkostungen unseres Kellermeister Johannes Becker an Fässern und Edelstahltanks sind auch für ihn sehr vielversprechend: „Der Jahrgang 2015 lässt dank seines sehr positiven Vegetationsverlaufs Großes erahnen. Eine ganz besondere Frucht und Struktur, Typizität und Finesse zeichnen sich schon jetzt deutlich ab. Ich bin mir sicher, dass die Weine von exzellenter Qualität sein werden. Jeder, der in den Genuss unserer 2015er-Weine kommt, darf sich schon jetzt darauf freuen!“

 

KONTAKT

Friedrich-Wilhelm-Gymnasium GbR
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Über die Bischöflichen Weingüter Trier und das Weingut Friedrich-Wilhelm-Gymnasium

 

Die Bischöflichen Weingüter Trier bewirtschaften rund 98 Hektar Weinberge. Sie gehen auf den Zusammenschluss von drei bedeutenden, jahrhundertealten Weingütern im Jahr 1966 zurück: das Weingut des Bischöflichen Konvikts Trier, das Weingut des Bischöflichen Priesterseminars Trier und das Weingut der Hohen Domkirche Trier. Seit 2003 gehört auch das 30 Hektar große Weingut Friedrich- Wilhelm-Gymnasium zum Besitz der Bischöflichen Weingüter Trier, welches als eigenständige Marke geführt wird. Die Weingüter sind gemeinsam somit mit 128 Hektar Rebfläche an Mosel, Saar und Ruwer in zahlreichen Spitzenlagen vertreten. Der Schwerpunkt liegt mit über 90 Prozent auf dem Riesling. Die Trauben werden auf dem Scharzhof an der Saar und auf dem Duisburger Hof an der Ruwer gekeltert. Der Ausbau der Weine erfolgt mitten in Trier in den bis in die Römerzeit zurückreichenden weitläufigen Kellergewölben.